Der Doktortitel für die Karriere – Lohnt er sich?

Schon lange bringt der Doktortitel in bestimmten Kreisen den nötigen Schick in den Lebenslauf. Auch wenn seit wiederholten Enthüllungen um kopierte Doktorarbeiten von Politikern das Image der Promotion etwas gelitten hat, gibt es in Deutschland so viele Doktor-Anwärter wie nie zuvor.

Die meisten versprechen sich davon ein höheres Einstiegsgehalt, längst nicht bei allen klappt das auch. Wann das akademische Upgrade die Karriere wirklich voranbringt, erklärt Branchentrendscout in diesem Artikel.

 

Umschwung in der Wirtschaftswelt

Lange Zeit galt die prestigeträchtige Abkürzung als Türöffner bei Bewerbungen und Gehaltsverhandlungen. Als 2013 BASF-Vorstandsvorsitzender Kurt Beck seine Mitarbeiter dazu aufrief, in Zukunft auf die Nennung des Doktortitels im Geschäftsalltag zu verzichten, startete ein Umdenken in der Wirtschaft. Statt auf förmliche Intellektuelle, setzen viele Business-Berufe vor allem bei jungen Bewerbern auf Praxiserfahrung.

Dennoch: Statistisch gesehen, verdienen Promovierte mehr und haben öfter Berufe mit Führungsverantwortung. In großen Industrie- oder Pharmazieunternehmen erreicht man als BWLer leichter Augenhöhe mit den Fachvertretern, bei denen der Abschluss in Führungspositionen eher noch die Regel darstellt. Es kommt also auf die Branche an. Wer die internationale Karriere plant, der ist mit einem MBA (Master of Business Administration) in der Regel besser aufgestellt.

 

In welchen Branchen lohnt sich der Doktor

Vor allem für naturwissenschaftliche Karrieren sind die drei bis vier Jahre Schreibtischarbeit eine gute Investition. Über 8.000,- Euro mehr bringt das den promovierten Berufseinsteigern im Vergleich zu Ihren Masterkollegen. Für Ingenieure liegt die Sachlage ganz ähnlich. Hier geht es zwar auch ohne Doktor, wer einen hat, verdient in der Regel aber 11.000,- Euro mehr beim Berufseinstieg. Im Bereich der Rechtswissenschaften winkt nicht nur ein finanzieller Bonus, für einige Top-Kanzleien ist die arbeitsintensive Abkürzung sogar Einstellungskriterium. Außerdem kommen alle die, die auf einem wissenschaftlichen Gebiet forschen möchten, ohnehin nicht ohne Promotion aus.

 

Geisteswissenschaften

In Kultur- oder Geisteswissenschaften hängt der Einfluss akademischer Abschlüsse sehr stark vom konkreten Fall ab. Wer in schnelllebigen Berufen, wie beispielsweise im Medienbereich, einen Einstieg sucht, dem helfen Praktika und Jobben mehr als die Jahre in der Bibliothek. Der Doktor ist hier auch schnell ein Indiz für Überqualifizierung. In Sprach- und Kulturwissenschaften sind die Titel hingegen gern gesehen. Ein finanzielles Upgrade kann man dort allerdings nicht erwarten.

 

Wer sollte den Doktor machen

Generell zieht es derzeit so viele Menschen wie noch nie an Universitäten. Wer was verdienen will, der muss studieren, heißt es oft. Dabei ist das ja eigentlich paradox, denn sowohl ein Studium als auch eine Promotion haben von sich heraus eigentlich erstmal keine konkrete Jobaussicht. Eine Promotion ist in der Regel ein sehr anstrengender, langwieriger und theoretischer Prozess, den vor allem der wählen sollte, der wirklich für seine Sache brennt. Denn anstatt nur das spätere Gehalt abzuwägen sollte man mit einer Promotion vor allem eines tun: Mit Leidenschaft in seine persönliche Weiterbildung investieren.

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Branchen-Trendscout Team
Branchen-Trendscout Team

Das Branchen-Trendscout Team berichtet über brandaktuelle Themen zur digitalen wie auch analogen Welt des Marketings.

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