Was wurde aus StudiVZ?

Es gab mal eine Zeit in Deutschland, da gab es noch keine Smartphones. Eine Zeit, da hatten Menschen nur vom heimischen Rechner die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Damals gab es in Deutschland die ersten Gehversuche in Sachen Soziale Netzwerke. Eines davon hieß StudiVZ. Doch was ist aus dem Projekt geworden?

Wie ging das eigentlich los?

StudiVZ ging im November 2005 zum ersten Mal online. Nur ein Jahr zuvor startete der amerikanische Student Mark Zuckerberg aus seinem Studentenwohnheim heraus „The Facebook“. Beide Plattformen erfüllten den gleichen Zweck Studenten über das Internet miteinander zu vernetzen. Damals ein wesentlich innovativerer Gedanke als heute. Das Konzept ging auf. In sehr kurzer Zeit stiegen die Nutzerzahlen und es entwickelten sich neben den ursprünglichen StudiVZ-Zielländern Deutschland, Österreich und Schweiz weitere Netzwerke in Italien, Frankreich, Spanien und Polen. Genau wie Facebook öffnete sich StudiVZ nach kurzer Zeit auch weiteren Zielgruppen. So entstanden neben StudiVZ auch noch SchülerVZ und MeinVZ.

Steigende Nutzerzahlen trotz Rechtsstreit

2008 kam es zu ersten Unannehmlichkeiten. Facebook wurde auf das schnell wachsende VZ-Netzwerk aufmerksam und sah die Ähnlichkeiten in Aufbau und Funktionsweise der deutschen Seite als „Diebstahl geistigen Eigentums“. Es kam zu einem Rechtsstreit, in dem die VZ-Betreiber sich außergerichtlich durch eine Zahlung an Facebook einigen konnten.

Trotzdem wuchs StudiVZ weiter. Anfänglich für 2,3 Millionen Nutzer konzipiert, erreichte das Netzwerk 2008 eine Nutzerzahl von 5,5 Millionen Nutzern. 2009 kamen eine halbe Millionen weitere Nutzer hinzu. Laut eigenen Angaben kamen StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ 2011 zusammengerechnet auf 16 Millionen Nutzer.

Facebook statt StudiVZ

Doch der Erfolg des Netzwerkes bröckelte bereits erheblich, denn Facebook war im deutschsprachigen Raum längst kein Geheimtipp mehr. In diesem Jahr stieg die Zahl der Facebook User von 13,9 auf 22,1 Millionen Nutzer. Schon Anfang 2011 nutzen laut Statistiken 27% der deutschen Internetuser StudiVZ. Facebook hingegen wurde von 47% genutzt. Außerdem wurden die nicht deutschsprachigen Plattformen wieder eingestellt, um sich auf das ursprüngliche Gebiet konzentrieren zu können.

Danach kam der schnelle Verfall. 2012 war ein Rückgang der Seitenaufrufe um ganze 80% zu verzeichnen. Genauso verhielt es sich mit der Verweildauer der Nutzer. Die wenigen verbliebenen aktiven User versuchten das Netzwerk noch am Leben zu halten, doch StudiVZ verkam nach und nach zu einer digitalen Geisterstadt. Im August 2012, nach 7 jährigem Bestehen, besuchten gerade noch mal 2,8 Millionen Menschen die Seite.

Am 1. Mai 2013 wurde SchülerVZ, deren Nutzerzahlen stetig sanken, abgestellt. Zuvor hatte das Netzwerk viel Kritik wegen einzelner Sicherheitslücken einstecken müssen. Außerdem kam es zu mehreren Hackerangriffen auf das Netzwerk, wobei private Nutzerdaten aus dem Netzwerk kopiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt sind auf allen VZ-Netzwerken zusammengenommen nur noch 1 Million Nutzer aktiv.

Was bleibt?

Die VZ-Netzwerke zählten zwischen 2009 und 2011 zu den erfolgreichsten Netzwerken im deutschsprachigen Raum, mit insgesamt bis zu 16 Millionen Nutzern. Doch nach diesem Peak kam der Verfall. Die letzten bekannten Zahlen besagen, dass das VZ-Netzwerk 2013 rund 1 Millionen Mitglieder vorzuweisen hatte. Auf der StudiVZ-Seite selbst erscheinen diese Zahlen nicht. Dort ist immer noch die Rede von 16 Millionen Nutzern. Nur ein kleiner Zusatzvermerk erklärt, dass diese Zahlen aus 2011 stammen.

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Veröffentlicht von

Simon Schandl
Simon Schandl

Simon Schandl arbeitet bei Greven Medien als Junior Online Marketing Manager. Bevor der gebürtige Bayer seinen Lebensweg nach Köln nahm, hat der studierte Wirtschaftsingenieur als freischaffender Social Media Manager die Kanäle diverser Firmen betreut.

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