Blockchain-Technologie: die größte Revolution seit Erfindung des Internets?

Blockchain-Technologie: die größte Revolution seit Erfindung des Internets?

Wer Anfang der Neunziger versuchte, das Internet zu verstehen oder zu erklären, hatte es schwer. Das World Wide Web war ein abstraktes Konzept, das es so noch nie gegeben hatte. Es fehlten Erfahrungen und Anwendungsbeispiele. Ähnlich verhält es sich heute mit der Blockchain-Technologie. Der Begriff ist in aller Munde und breitet sich mit enormer Geschwindigkeit branchenübergreifend aus. Viele haben bereits davon gehört oder im Zusammenhang mit Bitcoins darüber gelesen, doch der genaue Mechanismus und die Potenziale, die dahinterstecken, sind schwer greifbar.

 

Wir zerlegen deshalb für Sie die Definition in ihre Einzelteile, und erläutern das System Blockchain mit ein paar Anwendungsbeispielen.

 

Was ist eine Blockchain?

 

„Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank für Transaktionen zwischen Parteien, die jede Veränderung transparent erfasst.“ (Quelle: www.it-finanzmagazin.de)

 

Dezentral bedeutet, dass das Protokoll, eine riesige Datenbank, niemandem gehört. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Zugriffsrechte und Möglichkeiten. Die Datenbank liegt nicht auf einem Server, sondern verteilt sich auf mehrere Computer. Die Blockchain lässt sich nicht manipulieren oder hacken. Es gibt auch keine Person oder Institution, die das System verwaltet und über richtig oder falsch entscheidet – die Mehrheit.

 

Transaktionen innerhalb einer Blockchain können jede Art von Informationen bzw. Inhalten sein. Dabei lässt sich jede Transaktion stets nachvollziehen. Neue Informationen werden fortlaufend in einem sogenannten Block hinterlegt. Ist dieser voll, befüllt man den nächsten Block. Diese Aneinanderreihung wird linear wie eine Kette weitergeführt, sodass man von einer Blockchain spricht.

 

Parteien sind die Teilnehmer des Informationssystems, die die Transaktionen durchführen und den Regeln der Blockchain folgen. Im Gegensatz zu einer Überweisung über eine Bank, sind die Transaktionen für die einzelnen Parteien völlig kostenlos, da der Informationsaustausch ohne Mittelsmänner oder Behörde stattfindet.

 

Transparenz entsteht, indem ein Netzwerk sogenannter „Miner“ die einzelnen Blöcke einer Blockchain ständig kontrollieren. „Miner“ sind Personen oder Firmen, die eigene Computer für eine Blockchain arbeiten lassen und die Blöcke verifizieren. Ist ein Block einmal geprüft und von der Miner-Mehrheit verifiziert, bleibt die darin enthaltene Information für immer unveränderlich und für jede Partei sichtbar. Die Kontrolle der Transaktion ist abhängig von der Mehrheit – und nicht wie bisher von einem Akteur (wie z.B. einer Bank). Damit bietet die Blockchain-Technologie Sicherheit auf einem ganz neuen Level.

 

Um an dem System der Blockchain teilzunehmen, benötigt man eine Zugangssoftware (Wallet). Diese basiert auf einem Schlüsselpaar – einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel ist für alle Parteien einsehbar, der private Schlüssel ist geheim und funktioniert wie ein Passwort, das jede Transaktion in der Blockchain signiert. Ohne diese Signatur ist keine Transaktion möglich. Durch die asymmetrische Schlüsselung können Empfänger die Information des Absenders mit seinem öffentlichen Schlüssel verifizieren. Sie können sie allerdings aufgrund des privaten Schlüssels nicht verändern.

 

Mögliche Anwendungsgebiete

Das prominenteste Beispiel einer Anwendung mit einer Blockchain ist der Bitcoin. Bitcoin ist die erste kryptografische Währung, bei der dank der Blockchain-Technologie keine Bank und keine Mittelsmänner mehr nötig sind. Das Geld wird direkt von einer Person zur anderen geschickt. Der Bitcoin ist außerdem vor Inflation geschützt, da es immer nur eine bestimmte Anzahl von der kryptografischen Währung gibt.

 

Die Blockchain-Technologie könnte die größte Revolution seit dem Internet sein, denn hinter ihr stecken enorme Potenziale: Dank der Automatisierung von Vertragsabschlüssen ohne zusätzliche Kosten oder Mittelsmänner sowie der einfachen und sicheren Verwaltung und Auswertung von Daten, profitiert nicht nur das Finanzwesen von der Technologie.

Auch für Unternehmen fallen damit hohe Verwaltungskosten weg, was wiederum die Kosten für die Verbraucher senkt. In Zukunft können persönliche Daten in der Blockchain hinterlegt und versendet werden.

Ein ähnliches Prinzip ist auch im Gesundheitssektor denkbar: So können viele verschiedene Patientenakten zu einer Ganzen zusammengeführt werden, sodass jederzeit jeder behandelnde Arzt Einsicht in die Krankengeschichte des Patienten erhält. Dank der asymmetrischen Verschlüsselung, sind die Daten sicher und der Patient entscheidet selber, wer welche Daten einsehen darf.

Für Wissenschaft und Forschung könnte die Blockchain-Technologie bei der Verbreitung von Informationen sehr nützlich sein. Die Anzahl von wissenschaftlichen Publikationen steigt stetig, sodass es schwierig ist alle Ergebnisse zu kennen und in die eigene Forschung einzubinden. Eine Blockchain könnte die Lösung sein! Erste Unternehmen arbeiten bereits daran, Methoden und Ergebnisse auf einer Blockchain abzulegen.

 

Quo vadis?

In den kommenden Jahren wird sich zeigen, welche Ideen sich mithilfe der Blockchain-Technologie tatsächlich umsetzen lassen und wo weiterhin der Bedarf einer zentralen Steuerung besteht. Zu den Anfangszeiten des Internets wussten wir auch noch nicht, was uns erwartet. Heute sind wir jederzeit online und mit unserem Auto und unserem Smart Home vernetzt. Warum sollten also in Zukunft nicht auch Reisebuchungen oder Wahlen auf Blockchain-Basis erfolgen?

 

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Branchen-Trendscout Team
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