Location-based Services – Was ist aus den Beacons geworden?

Location-based Services – Was ist aus den Beacons geworden?

Um Beacons ist es still geworden. Die Berichterstattung ist abgeebbt. Zahlreiche Pilotprojekte waren gestartet und läuteten einen neuen Hype ein. Die Erkenntnisse aus diesen Projekten wurden aber deutlich weniger in der Öffentlichkeit besprochen. Die Erwartungen, die an diese Technologie geknüpft wurden, haben sich bis heute noch nicht erfüllt. Das lässt möglicherweise folgende Schlussfolgerung zu: Nicht einmal große Konzerne wie Apple, Google und Konsorten werden einer innovativen Technologie zum Durchbruch verhelfen, wenn die Zeit noch nicht reif ist.

Unabhängig davon, zu welcher Schlussfolgerung Sie selbst kommen, wäre es fahrlässig, das auf Location-based Services im Allgemeinen zu übertragen. Die Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft hat im letzten Jahr mit Statista eine Studie durchgeführt, die den Einsatz von LBS untersucht, die aktuelle Situation am Markt widerspiegelt, einen Blick in die Zukunft wirft und zu äußerst spannenden und ermutigenden Ergebnissen kommt: Denn die Nutzer sind im Bereich Location-based Services bereits viel weiter als es ihnen allgemein zugetraut wird. Das bedeutet ferner, der Nutzer weiß sehr genau was ihn interessiert und was nicht. Doch das Angebot passt bislang nicht zu den Erwartungen der Nutzer. Und es gilt dringend, die bisherigen Angebote im Sinne der Nutzer nachzubessern. Diese Ergebnisse finden Sie auch in dem Whitepaper.

Beim Reisen, ganz gleich ob privat oder geschäftlich, werden Location-based Services ganz besonders geschätzt. Bisher stammen rund 25 Prozent aller Apps für Location-based Services aus dem Bereich Tourismus. Alles rund um Navigation und Information zu noch unbekannten Plätzen ist dabei besonders interessant. Bereits 53 Prozent verwenden Location-based Services zur Umgebungserkundung und Orientierung vor Ort im Urlaub. So halten außerdem 31 Prozent der Viel- als auch Wenignutzer Location-based Services auf Reisen im In- und Ausland für unverzichtbar. Die Zahlen für die Nutzung von Location-based Services decken schon heute eine breite demografische Schicht ab: von 14 Jährigen bis hin zu 60 Jährigen und älter. D. h., nicht nur die jungen Menschen lassen sich lokal orten, sondern vielmehr die breite Masse, findet Gefallen an Location-based Services.

Was wünschen sich die Nutzer bei Location-based Services?

Eine breite Zielgruppe Kalender, der ihnen mitteilt, wie lange sie bei der aktuellen Verkehrslage zum nächsten Termin brauchen und wann sie losfahren müssen, um rechtzeitig anzukommen. Das ist ein zeitlicher Luxus. Und Sie sehen: Die Nutzer formulierten ganz konkret einen Wunsch, ein konkretes Bedürfnis und das konnte nicht länger ignoriert werden. Für diese Services beispielsweise werden gar keine Beacons benötigt. Diese Use Cases lassen sich durch eine einfache Umfeldortung über GPS und Geofencing um sogenannte Points of Interests (POI) aufbauen. Die Ortung selbst ist also gar nicht das Problem. Sondern es ist vielmehr die passende Information am richtigen Ort bereit zu stellen. Hierfür müssen bereits vorhandene Daten integriert werden, um den Nutzern einfach und schnell den direkten Mehrwert zu liefern.

Was ist aus den zahlreichen Pilotprojekten und Tests rund um die Beacon-Technologie geworden? Welche Erkenntnisse wurden gewonnen? Es liegt an uns Unternehmen, die neue Technologie mit bestehender sinnvoll zu koppeln und im Sinne der Nutzer einzusetzen. Die ursprüngliche Annahme, Nutzer wären ausschließlich an Schnäppchen interessiert, stimmt so nicht. Mehrwerte sehen grundsätzlich für jeden Nutzer anders aus. Um als Unternehmen zielgerichteter agieren zu können, ist Feedback und auch der Dialog mit Nutzern von elementarer Wichtigkeit.

Das Whitepaper „Location-based Services – Trends im Fokus – Eine Nutzerstudie“ zeigt auf, dass für 33 Prozent der Nutzer, über alle Altersgruppen hinweg, Location-based Services auf Reisen im Ausland als unverzichtbar angesehen wird. Denn Zeit ist Geld und so will jeder Nutzer die Zeit zum Beispiel in einer fremden Stadt möglichst effizient und angenehm verbringen. Eine berechtigte Frage ist, warum stellen Unternehmen Nutzern dann nicht einfach mehr Informationen zur Verfügung? Denn hier liegt ungeheuer viel Potenzial brach.

Für 85 Prozent der befragten Unternehmen stellt das mobile Internet eine organisatorische Herausforderung dar. Unternehmen sind hier noch unentschlossen und wissen nicht konkret, welche Informationen von Nutzern als wirkliche Mehrwerte angesehen werden. Beginnt das schon mit einem Hinweis auf eine Mittagskarte in direkter Nähe um die passende Uhrzeit, sind es Hinweise zu Sehenswürdigkeiten oder letztlich doch Rabattaktionen? Unternehmen wollen investieren und der Bedarf bei Nutzer ist vorhanden. Unternehmen wünschen sich hier aktive Unterstützung ihrer Kunden, um die Technologie richtig verwenden zu können und letztlich mit dem bestmöglichen Mehrwert zu verknüpfen. Teilen Sie Unternehmen, die Ihnen wichtig sind und vertrauensvoll erscheinen, Ihre Interessen mit, aktivieren Sie Ihr Bluetooth und machen Sie bei Tests mit, wenn Sie die Möglichkeit bekommen. Dadurch können Unternehmen genau in den Content investieren, der relevant für Sie ist. Denn nur wenn der angebotene Content interessant ist, wird er von den Nutzern auch nachgefragt. Und die Technologie kann das halten, wozu sie geschaffen wurde.

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Veröffentlicht von

Stephan Theiß
Stephan Theiß

Stephan Theiß war schon vor Abschluss seines Diplomstudiums zum Wirtschaftsinformatiker im Jahr 2002 als Unternehmer am Aufbau der Software- und Internetfirmen Surfsite OHG und ATBIT Bremer Innovations- und Technologie GmbH beteiligt. Seit April 2011 ist er Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH und verantwortlich, die Markenbekanntheit und Digitalisierung, insbesondere im Bereich Mobile, auszubauen. Ziel ist es, die Marke nachhaltig zu sichern und den wirtschaftlichen Nutzen zu erhöhen. Vorher leitete er mehrere Jahre das Produktmanagement der 1&1 Internet AG und baute dort das Geschäftsfeld Mobile auf.

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