Lohnt die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige noch?

Neue Bedingungen der Versicherung machen erneute Bewertung notwendig

Zu Beginn 2011 haben sich die Bedingungen für die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige verschlechtert. Neben einem verdoppelten Beitragssatz macht auch die Beschränkung der Inanspruchnahme der Versicherung die erneute Bewertung der Versicherung notwendig. Wieder stellt sich für Selbstständige und Existenzgründer die Frage, ob sich die gesetzliche Versicherung gegen Arbeitslosigkeit noch für sie lohnt. Hierbei spielt zum einen die Rolle, wie wichtig die eigene Absicherung und wie hoch bei Arbeitslosigkeit der eigene Anspruch ist.

Ab diesem Jahr erhöht sich der neue Beitrag im Westen auf rund 38 Euro, im Osten auf rund 34 Euro pro Monat. Nächstes Jahr werden sich diese Beiträge nochmals verdoppeln. Wer ab 2011 zweimal als Selbständiger Arbeitslosengeld bezieht, kann sich nicht mehr als Selbständiger in der Arbeitslosenversicherung versichern.

Nur noch bis Ende März 2011 haben Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht. Danach kann erst nach fünf Jahren regulär gekündigt werden oder der Versicherungsschutz endet, nachdem der Versicherte mit drei Monatsbeiträgen im Rückstand ist.

Je nach jeweiliger persönlicher Situation kann es nach wie vor sinnvoll sein, als Selbstständiger weiter in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichert zu bleiben:

Sicherheit bei hohem Risiko auf Auftragsebbe
Wer mit seiner Selbstständigkeit ein hohes Risiko eingeht und befürchten muss, dass eine längere Auftragsebbe eintritt, der wird mit der freiwilligen Versicherung ein Stück weit aufgefangen und muss nicht direkt mit dem meist niedrigeren ALG II auskommen. Auch das persönliche Sicherheitsbedürfnis sollte neben den harten Fakten eine ernstzunehmende Entscheidungsgrundlage darstellen. Wer versichert bleibt, kann bei Arbeitslosigkeit alle regulären Vermittlungsleistungen der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Besonders nach einem Wechsel von einer Angestelltentätigkeit in die Selbstständigkeit kann das Gefühl, nicht aus allen gewohnten gesetzlichen Systemen rauszufallen, im Hintergrund wichtig sein. Ohne Versicherung besteht jedoch alternativ auch die Möglichkeit, sich bei der Agentur für Arbeit als „arbeitssuchend“ zu melden und Unterstützung bei einer Vermittlung zu erhalten.

Alternativen von privaten Versicherungsgesellschaften gibt es vereinzelt. Angebote wie der sogenannte „Einkommensschutzbrief“ sind dabei auch an viele Bedingungen geknüpft und haben meist auch nur eine begrenzte monatliche Unterstützung im Fall von Arbeitslosigkeit. Eine weitere Alternative jenseits des Versicherungsschutzes ist das Anlegen eines Notfallpolsters für schlechte Auftragslagen.

Hohe Ansprüche durch Qualifikation
Wer nach mindestens zweijähriger Selbstständigkeit arbeitslos wird, dessen monatliche Unterstützung wird anhand eines fiktiven Durchschnittseinkommens gemäß seiner Qualifikation berechnet. Dies kann, wenn der Arbeitslosigkeit eine schleichende Auftragsflaute vorweg ging, im Vergleich zur Berechnung am Einkommen vorteilhaft sein.

Die Qualifikationsgruppen:
Uni/ Fachhochschul-Abschluss, Berechnungsgrundlage 2010: West 3.066 Euro, Ost 2.604 Euro
Fachschule/ Meisterbrief, Berechnungsgrundlage 2010: West 2.555 Euro, Ost 2.170 Euro
Ausbildungsberuf, Berechnungsgrundlage 2010: West 2.044 Euro, Ost 1.736 Euro
Ohne Ausbildungsberuf, Berechnungsgrundlage 2010: West 1.533 Euro, Ost 1.302 Euro

Wie hoch das Arbeitslosengeld am Ende ausfällt, hängt je Einzelfall vom Wohnort, dem Familienstand, von der Steuerklasse und der Kinderzahl ab.

Hilfreiche Links:

Offizielle Informationen auf dem Existenzgründerportal des BMWi
http://www.existenzgruender.de/selbstaendigkeit/vorbereitung/
gruendungswissen/versicherung/02477/index.php

Details zur Arbeitslosenversicherung für Selbstständige, Verdi-Website
http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=4c554805f1d68&ref=h_43e60c48815a1&si=4d63a26596504

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Branchen-Trendscout Team
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